Cook: Aitutaki




3_Geburtstag ­čÄü ­čÄé ­čą│ in der Lagune 
18.3.19
Wir haben die hier fast obligatorische Lagunentour auf meinen Geburtstag gelegt und es sollte eine gro├čartige Entscheidung sein. 

Nach der von Mark gelieferten Wettervorhersage – und er sollte Recht behalten – soll es ein wunderbarer Tag werden. 

Gegen 9:30 sammelt uns eine Frau von Vaka Cruises am Stra├čenrand ein. Gut gelaunt erz├Ąhlt sie uns von den Wintern auf Aitutaki, wenn die Kinder morgens nicht aufstehen und in die Schule gehen wollen und wenn jeder seine lange Sachen und dicken Jacken anzieht. Wieviel Grad es hier im Juli – dem schlimmsten Monat – wird, kann sie nicht sagen. Sie merkt halt, wenn es kalt ist. Interessehalber schaue ich mal nach, bei welchen Temperaturen die Aitutakianer beginnen, ums ├ťberleben zu k├Ąmpfen. 

Das darf man keinem erz├Ąhlen:

Wir kommen am Schiff an, es ist voll, aber keineswegs zu voll. Wie immer international, am Tisch bei uns ein Paar aus Los Angeles, die wie viele vor ihnen unseren Kindern erz├Ąhlen, dass sie sich mit zu den gl├╝cklichsten der Welt z├Ąhlen d├╝rfen.    Sie nehmen es zur Kenntnis...­čśë

Wir schippern los, vorbei am besten Hotel der Insel. Der Guide kommt aus dem Schw├Ąrmen nicht heraus – „you pay for what you get“. Genauer wird er nicht. Die besten Zimmer stehen direkt im Wasser. 



Wir halten an zwei Inseln. Eine davon ist erst seit 1.5 Monaten wieder ge├Âffnet. Sie war mehrere Monate gesperrt, weil hier die Dreharbeiten einer Reality-TV-Show stattfanden (Survivor), bei der die Spieler auf verschiedenen Inseln ausgesetzt werden und ├╝berleben m├╝ssen.




Die Einheimischen fanden es wohl weitgehend gut, immerhin gab es fast ein Jahr f├╝r fast 300 Menschen Jobs. Wenige Zeit sp├Ąter l├Ąsst man uns zum Schnorcheln raus und wir befinden uns sofort in einer Wunderwelt. Riesenfische – Giant Trevally – kurven nebst bunten Tropenfischen, einem Seepferdchen, Riesenmuscheln und vielem mehr um uns herum. So t├╝rkis wie heute war das Wasser noch nirgendwo auf der Welt und auch unter Wasser ist es glasklar. Direkt an unserer Unterkunft haben wir einen herrlichen Strand, das Wasser ist auch extrem sauber, aber wohl aufgrund der Regenf├Ąlle etwas aufgew├╝hlt, so dass man unter Wasser relativ wenig sieht. Hier schon – und wie.






Zur├╝ck an Bord gibt es wunderbares Buffet, aber w├Ąhrenddessen schaut jeder um sich herum, Essen ist eher Nebensache. Denn wir tuckern gem├Ąchlich zum letzten Ziel, dem One Food Island.




Hier beschlie├če ich, auf das Apple-Marketing zu vertrauen und hoffe, dass iphones wirklich wasserdicht sind. Ich nehme es einfach mit unter Wasser – klappt gut. 



F├╝r 2$ kann man suich auf der Insel den Reisepass stempeln lassen. Viele Touranbieter, darunter unserer, erledigen das aber selbst.

Am fr├╝hen Abend ├╝berrascht Elias mit einem generalstabsm├Ą├čig vorbereiteten Geburtstags-Obstsalat.

2_Kia Orana
16.3.19
Auf eines ist Verlass, n├Ąmlich dass auf Aitutaki nichts passiert. Und das ist gerade das Sch├Âne. Der Morgen geh├Ârt dem Strand. Low Tide - Ebbe, aber wenige Meter weiter gibt es einen Graben, in dem man immer schwimmen kann. Wie wohl jeden Samstag r├╝ckt eine Dreiviertel Inselfamilie an (nach grober Sichtung fehlt nur die Frau), um das Gel├Ąnde vor den H├╝tten bis runter zum Strand zu fegen und zu rechen. Amelie ist froh, dass ein kleineres Kind dabei ist und verschwindet eine halbe Stunde zum Ballspielen. 
 Elias ├╝bt sich weiter in ├ästhetik
 Selbst gebauter Sonnenschutz

Ab dem sp├Ąten Nachmittag haben wir ein kleines Auto. Eine junge Frau bringt es uns und kurz darauf fahren wir wieder zu ihr, um zu bezahlen. Erst dabei bemerken wir, dass die Autovermietung mit der Supermarktkasse identisch ist. Gestern gab es kein Brot, heute kein Brot und keine Eier. Daf├╝r Kekse, hunderte. Ein bisschen DDR-Romantik kommt auf. Das ist alles v├Âllig egal, auf Aitutaki ist es wunderbar.

Der Japaner f├Ąhrt bei jedem Start relativ spektakul├Ąr ein Unterhaltungssystem raus, klappt es nach oben und tr├Âtet irgendwas auf Japanisch raus. Keine Ahnung wer auf die total bescheuerte Idee kommt, auf Aitutaki ein tiefgelegtes Auto zu vermieten. Jedenfalls setzen wir bei jeder Bodenwelle leicht auf. Bei Ein- und Ausfahrt auf das Grundst├╝ck m├╝ssen alle au├čer dem Fahrer aussteigen, da wir sonst ebenfalls aufsetzen :-)

Die Kinder - noch geschult von der nur knapp entgangenen 1500$-Strafe in Australien - w├╝rden sich gerne anschnallen. Geht nicht, zumindest hinten, da keine Gurte da sind. Macht nichts, man f├Ąhrt eh nur 40-50. Bei den wenigen Autos, die uns entgegen kommen, sitzt gerne mal ein Baby auf den Armen des Fahrers. Es gibt kaum Verkehr und es wird weniger Theater als in Deutschland veranstaltet. Das war schon in Asien mit mehr Verkehr zu beobachten. Man f├Ąhrt halt wie es passt und mit wem es passt. Viel mehr zu passieren scheint nicht.

Als Ausgleich f├╝r die fehlenden Gurte hat das Auto keine Nummernschilder. Wir verhalten uns orts├╝blich und gehen davon aus, dass schon passen wird.

Eine erste Fahrt rund um die Insel - r├╝ber zur Lagune.


Wer ein wenig mehr ausgeben m├Âchte, begibt sich ins Resort auf der Privatinsel. Die G├Ąste werden mit der stets fahrbereiten F├Ąhre ├╝bergesetzt.


Schlie├člich ein zweiter Versuch im Puffys Fish u. Chips zu bekommen. Das Schild ab 6:00 pm ge├Âffnet steht in gewohnter Ruhe auf der Stra├če. Ein zweites Schild vor dem Eingang hinten im Garten, bis wir schlie├člich wie gestern vor der vergitterten Imbisst├╝re stehen. Egal, stattdessen holen wir uns beim am Supermarkt = Autovermietung angeschlossenen Imbiss relativ scheu├čliche Kleinigkeiten.

Ich lese ein wenig im Buch des M├Ądchens, dass mit seinen Eltern hier gewohnt und in 81 Tagen die USA, NZ, Cook und China bereist hat. Damit beantwortet sich zum Gl├╝ck auch die Frage, welches 7j├Ąhrige Wunderkind ein Buch schreibt. Die Eltern haben das Gekrakel in Maschinenschrift ├╝bersetzt und um die Fragmente herum ihre eigenen Berichte geschrieben. Das beruhigt. Darin finden sich interessante neue Dinge. So haben auch wir schon festgestellt, dass viele Familien ihre Verwandten nicht nur auf Friedh├Âfen, sondern praktischer Weise gerne im eigenen Garten begraben. Die Familie unterhielt sich mit einem Einwohner, der die Sache folgenderma├čen erkl├Ąrte: "today we are not allowed to eat them any more, so we have to bury them". 

Andere Beobachtungen best├Ątigen unsere. Dazu geh├Ârt, dass die auf den Cook-Inseln ├╝berall inflation├Ąr verbreiteten H├Ąhne ├╝ber ein ausgekl├╝geltes Kommunikationssystem und hohe soziale Kompetenz verf├╝gen. Sie beginnen um 4:00 morgens und niemals kr├Ąhen zwei gleichzeitig. Sie lassen einander aussprechen, so dass einer immer spricht.



1_Ab nach Aitutaki
15.3.19
Wir fahren mit dem "Im Uhrzeigersinn-Bus" zum Flughafen und antworten wahrheitsgem├Ą├č, dass wir 5 gro├če Gep├Ąckst├╝cke haben, woraufhin der Fahrer zwei berechnet. Im Terminal angekommen, k├Ânnen wir sogleich unser Gep├Ąck abgeben. Ausweise will keiner sehen. Die ├╝bliche Fragerei nach Akkus im Gep├Ąck, Fl├╝ssigkeiten im Handgep├Ąck - alles wurscht. Wir holen uns noch einen Cafe, laden ein paar B├╝cher und Musik im Ankunftsbereich (der sich ca. 30m neben dem Abflug befindet und im Gegensatz zu diesem kostenfreies Wifi bietet) und warten, bis es losgeht.


Die Propeller der Maschine sehen ein wenig wie mit Tesa gekittet aus, aber vielleicht haben wir auch schon dass hier ├╝bliche Gottvertrauen entwickelt. Kurz darauf fliegen wir los und nach ca. 40 Minuten taucht Aitutaki unter uns auf.




Mark wartet bereits auf uns, begr├╝├čt uns mit Blumenketten und bringt uns zu seiner Unterkunft, dem Amuri Sands. Es besteht aus 2 H├╝tten nebeneinander, die wir beide bewohnen. Direkt am Meer, wundersch├Ân gelegen, besser kann es nicht sein. Mark sagt mehrfach, es sei nicht viel Platz, aber wir haben wirklich schon kleiner gewohnt. Es kommt uns ziemlich gro├čz├╝gig vor.







Ein erster Gang zum kleinen Lebensmittelgesch├Ąft und zur├╝ck. Alle gr├╝├čen freundlich und man versteht, was die Mitarbeiterin der Mietwagenfirma gestern meinte mit "wir sind ja schon relaxt, aber die schlagen alles". Die Ausbeute besteht aus Keksen, etwas Obst und K├Ąfigeiern. Brot gibt es morgens um 6:00. 
In der H├╝tte finden wir ein Buch von einem M├Ądchen und seinen Eltern, die hier mal gewohnt haben:


F├╝r morgen besorgte uns Mark ein kleines Auto. Die Versicherungsbedingung lautet "if you crash it you pay it". Mark ist extrem freundlich und Aitutaki l├Ąsst sich extrem sch├Ân an.